Eva-Katharina Bornefeld-Ettmann, 1. Platz Bachelor im GWP-Förderpreis 2020 GWP-Förderpreis / GWP-Förderpreis 2020

Eva-Katharina Bornefeld-Ettmann (Bachelorarbeit, Hochschule Osnabrück)

 Thema der Arbeit von Eva-Katharina Bornefeld-Ettmann auf Basis einer qualitativen Datenerhebung mittels Online-Umfrage war die „Nutzung von Physiotherapie und Rehabilitationseinrichtungen beim Pferd“. Mittlerweile hat sich die Absolventin der Hochschule Osnabrück in Münster als Pferdephysiotherapeutin selbstständig gemacht.

Die Arbeit befasste sich mit den Praktiken und der Nutzung von Physiotherapie und Rehabilitation beim Pferd in Deutschland. Hierfür wurde eine quantitative Datenerhebung mittels Online-Umfrage durchgeführt, um Pferdebesitzer sowie beruflich mit Pferden arbeitende Personen zu ihren Erfahrungen mit dem Themenkomplex zu befragen. Die Physiotherapie gilt in der Humanmedizin bereits als langjährig eingesetzte und evidenzbasierte Praktik. Beim Pferd rückt der Stellenwert als Freizeit- und Sportpartner bis hin zum Athleten im Hochleistungssport immer weiter in den Fokus der Aufmerksamkeit, weshalb viele Möglichkeiten der Humanmedizin mittlerweile auch beim Pferd angewandt werden.

In dieser Studie wurden die manuellen Therapiemethoden der Physiotherapie, Chiropraktik und Osteopathie, sowie die Akupunktur und die Gerätetherapie an ausgewählten Beispielen vorgestellt und der derzeitige Forschungsstand, welcher speziell am Pferd sehr divergent ist, diskutiert. Exemplarisch für die Hydrotherapie werden das Unterwasserlaufband, das Schwimmbad und die Hydrothermotherapie vorgestellt. Als weitere Gerätetherapien werden die Lasertherapie und das pulsierende Magnetfeld erörtert.

Aus der Datenerhebung geht hervor, dass die Zahl stationärer Rehabilitationen in den vergangenen Jahren stetig angestiegen ist, wobei die meisten Pferdebesitzer keine Erfahrungen mit dieser Thematik gemacht haben. Die am häufigsten in der Praxis angewandten und auch nachgefragten Geräte sind das Unterwasserlaufband und die Laser- und Magnetfeldtherapie. Die am häufigsten angewandten Therapien sind Physiotherapie, Chiropraktik, Osteopathie und Akupunktur. Als meist genannter Grund für die stationäre Rehabilitation werden Erkrankungen der distalen Gliedmaße, besonders der Sehnen und Bänder, sowie des Rückens angegeben. Die Rehabilitation dieser Erkrankungen weist auch die längste Rehabilitationsdauer auf. Von den Pferdebesitzern wird die medizinische Betreuung und Qualifikation des Personals bei der Auswahl höher gewichtet als die technische Ausstattung. Die manuelle Therapie scheint ebenfalls großen Einfluss auf die Zufriedenheit der Pferdebesitzer zu haben.

Insgesamt ist der Bekanntheitsgrad der Pferdephysiotherapie bei den Veterinärmedizinern steigend, die vermehrt offen gegenüber Alternativ- und Komplementärmedizin sind. Durch ihren funktionellen Ansatz kann die Physiotherapie die Veterinärmedizin sinnvoll ergänzen. Die Kombination der Techniken erlaubt dem Sportler Pferd größtmöglichen Nutzen sowie maximale Gesundheit und Leistungsfähigkeit aus den komplementären Behandlungen zu erlangen.

Kurzbiografie

  • Geboren am 01.12.1989 in Münster
  • Verheiratet, geb. Hahne
  • Abitur in Münster
  • 2009 – 2012: Ausbildung zur tiermedizinischen Fachangestellten in Münster
  • 2013 – 2015: Weiterbildungsstipendium von der „Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung“ für die Ausbildung in Tierphysiotherapie und Tierakupunktur mit Abschluss Tierphysiotherapeutin
  • 2016 – 2019: Werkstudentin und Produktmanagerin bei Equipergato Veterinary GmbH (Ergänzungsfuttermittel für Pferde), Ostbevern
  • 2014 – 2019: Bachelorstudiengang an der Hochschule Osnabrück
  • Seit 2019: Geschäftsführerin und Gesellschafterin
  • ebe Pferdegesundheitszentrum Münster GmbH, Rehabilitations-und Trainingseinrichtung für Pferde

Eva Katharina Bornefeld-Ettmann
… ihr persönlicher Bezug zum Pferd
Schon seit ich denken kann, verfolgt mich die Faszination „Pferd“. Durch mein erstes eigenes Pferd in meiner Jugend kam ich zum Vielseitigkeitssport, welchen ich viele Jahre aktiv ausgeübt habe.

… was sie bewogen hat, das Thema Pferd auch zu ihrem beruflichen Schwerpunkt zu machen
Dass ich beruflich mit Tieren arbeiten möchte, stand für mich bereits vor dem Abitur fest. Nach meiner Ausbildung war klar, dass ich in den Großtierbereich, speziell auch in die Pferdepraxis gehen möchte. Allerdings wollte ich nicht klassisch Tiermedizin studieren, sondern mich mehr auf den Bereich der Physiotherapie spezialisieren. So folgte zunächst die Physiotherapieausbildung und anschließend das Agrarstudium mit Pferdeschwerpunkt.

 welcher Aspekt sie besonders an dem Thema ihrer Masterarbeit fasziniert
Der Bereich Rehabilitation und Physiotherapie beim Pferd ist hier in Deutschland in den letzten Jahren mehr in den Fokus gerückt und erlangt einen steigenden Bekanntheitsgrad. Mein Ziel war es hierbei, die wissenschaftliche Seite und die Evidenzlage am Pferd genauer zu betrachten. Besonders durch den praktischen Bezug zu meiner beruflichen Tätigkeit und dem daraus resultierenden Nutzen für mein Pferdegesundheitszentrum fühlte ich mich sehr motiviert.


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