Bodenarbeit in Verbindung mit pferdefreundlicher Dressur beugt der Entstehung von Wirbelblockaden vor. Foto: Springfeldt, www.springfeldtprofifoto.com Neues aus der Pferdeforschung

von Christine Felsinger/GWP

Die Kombi aus Dressur und Bodenarbeit ist am gesündesten: Das ist das Fazit einer Studie von Pferdewissenschaftlerin Judith Beier. Anhand der Befunde einer Osteopathin, die knapp 300 Pferde auf Wirbelblockierungen untersuchte, prüfte Beier für ihre Master-Arbeit an der Georg-August-Universität in Göttingen, ob Rückschlüsse auf Ursachen und Auslöser der Wirbelblockierungen erkennbar sind. Die Pferde kommen aus den Disziplinen Dressur, Springen, Western, Gelände, Freizeit und Bodenarbeit.

„Der Einfluss verschiedener Reitweisen auf Wirbelblockierungen beim Pferd“

Judith Beier, Vortrag Göttinger Pferdetage 2018

Bei einer Wirbelblockierung kommt es zu einer Bewegungseinschränkung des Wirbels in eine oder mehrere Richtungen, die durch gezielte osteopathische Behandlung oder systematische Gymnastizierung gelöst werden kann. Bei Dressurpferden, Springpferden und Westernpferden weisen die Befunde jeweils unterschiedliche Wirbelblockierungen auf (im kranialen Bereich der Halswirbelsäule, in Teilen der Sattellage oder am Übergang zwischen Lendenwirbelsäule und Kreuzbein). Auch ist festzustellen, dass die Kombination der Bodenarbeit mit unterschiedlichen Reitweisen – speziell der Dressur – bei den untersuchten Pferden zu weniger Wirbelblockierungen führt als bei Pferden, die nur geritten bzw. nur vom Boden gearbeitet werden.

Die Ursachen der Entstehung der gefundenen Wirbelblockierungen bei Pferden können unterschieden werden in disziplinspezifische Reiterfehler, unpassende Sättel sowie hohe reitweisenspezifische Belastungen. Diese Kriterien bieten schlüssige Erklärungsansätze für die gefundenen Wirbelblockierungen. Die Autorin regt an, die Ursachen in weiteren Studien insbesondere auch unter Berücksichtigung von Trainingshäufigkeit und -intensität zu untersuchen.

Über die Pferdeforscherin

Pferdewissenschaftlerin Judith Beier erforschte Reitweise und Wirbelblockierungen bei Pferden.

Pferdewissenschaftlerin Judith Beier erforschte den Einfluss der Reitweise auf Wirbelblockierungen bei Pferden. Am gesündesten ist die Kombi aus Dressur und Bodenarbeit. Foto: privat

Judith Beier studierte von 2011 bis 2015 im Bachelor Physik und Mathematik in der Pferdestadt Münster (Westfalen). Danach studierte sie von 2015 bis 2017 im Master Pferdewissenschaften an der Georg-August-Universität in Göttingen. Derzeit ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Georg-August-Universität in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jens Tetens (Koordinator der Pferdewissenschaften). Die Studie ist ihre Master-Thesis; erschienen in der Schriftenreihe „Agrarwissenschaftliche Forschungsergebnisse“ (Verlag Dr. Kovac), Bd. 75, ISSN 1435-6201.

 


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