GWP-Förderpreisträgerin 2022,Annika Hasting GWP-Förderpreis / GWP-Förderpreis 2022

Annika Hasting (Bachelorarbeit, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, Studiengang Pferdewirtschaft)

Darstellung der Forschungsergebnisse zu Acquired Equine Polyneuropathy von 1994 bis 2017 mit der Untersuchung von toxinbildenden Pilzen als mögliche Ätiologie“

Acquired Equine Polyneuropathy (AEP) ist eine neurologische Erkrankung der Hinterhand bei Pferden, die in der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt ist und deren Ätiologie bisher nicht geklärt ist. Die Klinik kann Gangauffälligkeiten zeigen, bis hin zu Hyperflexionen der Fesselgelenke und einer vollständigen Lähmung der gesamten Hinterhand. Der Allgemeinzustand der Pferde ist dabei unauffällig. Die Erkrankung tritt hauptsächlich im skandinavischen Raum in den Winter- und Frühjahrsmonaten auf. Pathologische Auffälligkeiten können Läsionen, Degenerationen und weitere Auffälligkeiten im peripheren Nervensystem und in den Skelettmuskeln sein, Veränderung der Muskelfasertypen mit dem Schweregrad der Läsionen, ein verringertes Hautreaktionsvermögen im Bereich des Sprunggelenks und leicht erhöhte Muskelenzyme bei den festgelegenen Pferden.

In den Studien vermuten die meisten Autoren, dass die Erkrankung an AEP durch die Fütterung, insbesondere durch die Heu-, Silage- und Heulagequalität, verursacht wird, oder durch das Zusammenwirken verschiedener Umweltfaktoren oder Toxine aus der Umwelt.

In den dargestellten Studien, innerhalb der Arbeit, werden viele verschiedene Pilze, Hefen und Mykotoxine aufgefunden, vor allem die Pilzgattung Aspergillus spp., Penicillium spp. und Fusariumspp.. Diese Pilze können verschiedene Toxine bilden, die individuell unterschiedliche Auswirkungen auf den Organismus haben können.

Durch die Analyse der verschiedenen Pilze, deren Mykotoxine und Auswirkungen auf den Organismus kann keine eindeutige Ursache für die Erkrankung an AEP herausgestellt werden. Die Mykotoxine β-Nitropropionsäure, Citrinin, Citreoviridin, Patulin und Terrein könnten an der Erkrankung AEP beteiligt sein. Jedoch wird vielmehr vermutet, dass die Ätiologie auf eine Interaktion verschiedener Mykotoxine, anderer Umweltfaktoren oder auch auf den Klimawandel zurückzuführen ist.

Kurzbiografie

  • Geboren am 20.1.1998 in Neuchâtel, Schweiz
  • 2016 Abitur in Magdeburg
  • 2017 bis 2021 Studium der Pferdewirtschaft (B.Sc.) an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen

Annika Hasting
… ihr persönlicher Bezug zum Pferd
Schon als Kind haben mich die großen Vierbeiner fasziniert. Aber erst bei meinem Auslandspraktikum in Island hat mich das Islandfieber gepackt. Seit meiner Zeit im hohen Norden bedeuten die Isländer für mich ein Stück wilde, unberührte Freiheit und eine Flucht aus dem Alltag.

… was sie bewogen hat, das Thema Pferd auch zu ihrem beruflichen Schwerpunkt zu machen
Ursprünglich hatte ich vor, zur Polizeireiterstaffel zu gehen oder Tiermedizin zu studieren. Leider hat dies nicht geklappt. Ich wurde durch meine Mutter auf den Studiengang Pferdewirtschaft aufmerksam. Und dann dachte ich, ich probiere diesen Studiengang einfach mal aus.

… welcher Aspekt sie besonders am Thema ihrer Arbeit fasziniert
Mich fasziniert an dem Thema, dass die Krankheit „Acquired Equine Polyneuropathy“ bisher nur in den nordischen Ländern aufzufinden ist. Obwohl es schon einige Forschungen dazu gibt, konnte die Ursache der Erkrankung und ihre Therapie noch nicht abschließend geklärt werden.


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