GWP-Förderpreis 2018 – die ausgezeichnete Dissertation: Christine Fuchs über Narkolepsie und Schlafmangel GWP-Förderpreis 2018

Dr. Christine Fuchs (Dissertation)

„Narkolepsie oder REM-Schlafmangel? 24-Stunden-Überwachung und polysomnographische Messungen bei adulten „narkoleptischen“ Pferden“ so lautet der Tiotel der Doktorarbeit, die von der GWP prämiert wurde.

Die Zusammenfassung:

Geschrieben wurde die Arbeit von der jungen Wissenschaftlerin aus Zorneding in Oberbayern an der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München unter Betreuung von Prof. Dr. Dr. Michael Erhard. Die Arbeit beschäftigt sich ausführlich mit dem Schlafverhalten und Schlafstörungen bei Pferden. Neununddreißig Pferde, bei denen eine Narkolepsie diagnostiziert wurde, verbunden mit häufigem Niederbrechen (die Vordergliedmaßen knicken ein und das Pferd stürzt auf die Fesselgelenke oder die Karpalgelenkte) wurden über einen Zeitraum von 24 Stunden überwacht. Außerdem wurden polysomnographische Messungen durchgeführt. Die Arbeit konnte einen Zusammenhang zwischen dem Schlafverhalten der Pferde und den häufigen Kollapsen (im Durchschnitt sechzig, in der Spitze einhundertneunundneunzig in vierundzwanzig Stunden) feststellen. Pferde, die sich zum Schlafen hinlegten und/oder wälzten, zeigten deutlich weniger Anfälle.

Steckbrief:

  • Geboren am 30.01.1983
  • Abitur 2002
  • 2002-2008: Studium der Tiermedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen
  • 2011: Ausbildung zur Tierchiropraktikerin für Pferde und Kleintiere
  • 2012: Ernennung zur Fachtierärztin für Pferde und Zuerkennung der Qualifikation Tierbetreuung
  • 2013: Zulassung als FEI Permitted Treating Veterinarian
  • 2017: Verleihung des Doktorgrades mit der Note “Summa cum laude” durch die Ludwig-Maximilians-Universität München

 

Drei Fragen an Dr. Christine Fuchs

Wie sind Sie zur Tiermedizin gekommen?

Ich war schon als kleines Kind an Pferden interessiert, habe früh mit dem Voltigieren angefangen und durfte mit neun Jahren dann endlich meine erste Reitstunde nehmen. Während des Studiums und die letzten Jahre bin ich leider nur sehr selten zum Reiten gekommen, vor zwei Monaten habe ich mir dann jedoch wieder eine junge Stute gekauft und hoffe, dass ich in Zukunft wieder regelmäßig reiten kann.

Durch das Interesse an den Pferden und an Tieren insgesamt wollte ich schon als Kind Tierärztin werden. Am Ende der Schulzeit habe ich mich auch über andere Studiengänge genauer informiert. Als mein eigenes Pferd dann jedoch sehr krank wurde und die Tierärzte Zuhause ihm nicht helfen konnten, habe ich beschlossen es besser zu machen…

Was war das Besondere an Ihrer Arbeit?

Frau Dr. Anna-Caroline Wöhr, die Betreuerin meiner Arbeit, forschte bereits seit einigen Jahren zum Schlafverhalten von Pferden und da ich zum Zeitpunkt, als ich nach einem Thema für meine Doktorarbeit gesucht habe, bereits Fachtierärztin für Pferde war, fand sie ich bin die richtige für das „Narkolepsie/Schlafmangelprojekt“, da ich schon praktische Erfahrung hatte. Das Thema hat mich von Anfang an fasziniert, da zwar jeder Tierarzt schon einmal von Narkolepsie gehört hat, jedoch keiner wirklich weiß, was es ist. Außerdem leiden die meisten Pferde eben nicht an der Gehirnerkrankung Narkolepsie sondern an einem Schlafmangel im Liegen, der meistens durch die Haltungsbedingungen ausgelöst wird. Spannend oder auch erschreckend war zu sehen, wie viele Pferde diese REM-Kollapse haben, wie sehr diese Tiere tatsächlich daran leiden und wie einfach es in manchen Fällen und wie unmöglich es in anderen Fällen sein kann diesen Tieren zu helfen.

Zukunftspläne…?

Im Januar werde ich mich komplett verändern und von Bayern nach Niedersachsen ziehen, wo ich dann in der Tierklinik Lüsche arbeiten werde. Dort werde ich auch weiterhin die Möglichkeit haben, mich mit dem Schlafverhalten und den Schlafstörungen von Pferden zu beschäftigen. Ansonsten reise ich sehr gerne, war zum Beispiel in Golega auf einem portugiesischen Pferdefestival und werde im Dezember für zwei Wochen nach Gambia mit dem BEVA Horse and Donkey Trust gehen, wo ich Pferde und Esel behandeln werde.


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

© 2019 - Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft um das Pferd e.V.