Siggi Friedrich: Von wegen „Bücherwurm“! Experten im Fokus / Partner

Siggi Friedrich: Von wegen „Bücherwurm“!

von Michaela Weber-Herrmann

Der FNverlag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung GmbH, die 100-prozentige Tochter der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e. V. (FN), gehört zu den langjährigen Partnern und Unterstützern der GWP. Grund genug, den Mann an der Spitze einmal vorzustellen. Er ist ein Büchermacher und ein Pferdefreund – die zwei großen Passionen des Siggi Friedrich.

Er ist gelernter Verlagskaufmann ebenso wie staatlich geprüfter Drucktechniker – durch und durch „Bücherwurm“ also könnte man meinen. Irgendwie stimmt das auch, aber Siegmund Friedrich ist auch „Pferdemann“. Und auch das mit Leib und Seele.

Geboren wurde er in Hedeper, Kreis Wolfenbüttel, er kommt „vom Land“, wie er selbst sagt. Nach seiner Lehre in einem Verlag in Wolfenbüttel und der Zusatzausbildung an der Fachschule für Druck-Technik in Nürnberg blieb er zunächst in Bayern, arbeitete in einem Verlag in Bamberg, bevor es ihn 1988 nach Westfalen zog. In Warendorf war die Stelle des Leiters des FNverlages zu besetzen – für Friedrich die Chance, Beruf und Hobby zu verbinden. Denn Pferde hatten es ihm schon immer angetan, auch wenn früher zu Hause keine eigenen gehalten wurden.  Aber die Bauern in der Nachbarschaft hatten welche, und so zog es ihn als kleinen Jungen regelmäßig in deren Ställe, wenn die Arbeitspferde vom Feld kamen.

„Ich wollte immer Pferde haben“, blickt er zurück, und er erfüllte sich den Traum. An ihrem Haus in Ostbevern im Nordosten des Münsterlandes, etwa 15 Kilometer von Warendorf entfernt, konnte die Familie Land pachten und Pferde halten, reiten und züchten. Teilweise standen vier Pferde am Haus, gezüchtet wurden Ponys. Mehr als 20 Jahre lebte „Siggi“ Friedrich, wie er in Reiterkreisen genannt wird, mit eigenen Pferden, wobei er von sich selbst behauptet, im Gegensatz zu seiner Frau Gisela  kein  großes Talent im Sattel gewesen zu sein. Der Umgang mit den Tieren war es, was ihn faszinierte, die Arbeit im Umfeld wie der eigenhändige Bau eines Reitplatzes. Daran hatte er Freude und daran, diese Leidenschaft mit der Familie teilen zu können. Auch die Tochter Lina ritt im Reitverein Ostbevern, der Sohn Jan hatte allerdings mit Pferden wenig am Hut. Möglicherweise war ein Pony daran nicht ganz unschuldig, erinnert sich Friedrich. Das hatten er und seine Frau als Fohlen zur Hochzeit geschenkt bekommen, sie hielten es zusammen mit einer Ziege, später wurde es das Pferdchen des Sohnes. Eine große Liebe wurde daraus allerdings nicht, das Pony hatte andere Vorstellungen. Der Sohn wandte sich Fußball und Tennis zu.

Apropos Tennis. Auch dafür hat der Verlagsleiter, der seit 1992 auch der Geschäftsführung des Verlags angehört, ein Faible – das Viertelfinale beim Rasenturnier im westfälischen Halle ist für ihn Pflichttermin. Seine Interessen sind allerdings noch deutlich breiter gefächert, reichen weit über den Sport mit den Pferden und den mit dem gelben Filzball hinaus. Noch bis zum 31. Mai 2019 ist Siggi Friedrich Leiter des FNverlages und zwar, wie er sagt, „gerne und mit Leib und Seele“. Dann geht der Mann, den viele seit gut 20 Jahren auch als unermüdlichen, engagierten Moderator des Ausbildungsringes der FN auf der Equitana kennen, in den Ruhestand, der in seinem Fall vermutlich eher ein Unruhestand sein wird. „Ich möchte Literatur studieren“, erklärt er, „und ein Musikinstrument lernen“. Das allerdings dürfe nicht allzu unhandlich sein, schließlich müsse es ins Reisemobil passen. Denn Reisen stehen auch auf dem Plan des Ehepaares Friedrich, das gerne wandert und wann immer möglich in der Natur unterwegs ist. In der Tat ist Siegmund Friedrich ein Mann mit vielen Interessen, zu denen auch die Förderung der GWP gehört. Im Kurzinterview macht er deutlich, warum.

Herr Friedrich, der FNverlag nimmt sich auch wissenschaftlicher Themen an, nicht zuletzt gehört er zu den langjährigen Partnern der GWP. Eine verlegerische Entscheidung?

Teil unseres Verlagsprogrammes war eine wissenschaftliche Reihe, die dazu diente, Dissertationen einer möglichst breiten Leserschaft zugänglich zu machen. Und nach wie vor machen wir auch die Tagungsbände zu den Göttinger Pferdetagen. Wir engagieren uns in diesem Bereich allerdings nicht aus wirtschaftlichen Gründen, sondern weil uns Pferde ganz generell am Herzen liegen. Und die Vermittlung von Wissen und neuen Erkenntnissen nutzt letztendlich den Pferden. Deshalb unterstützen wir auch die GWP sehr gerne.

Inwiefern sehen Sie Parallelen zwischen dem FNverlag und der GWP?

Die GWP hat sich Wissenstransfer auf die Fahnen geschrieben – und das ohne schmalspurig zu sein. Sie möchte Hilfestellung für Praktiker bieten zu Themen der Zucht, der Haltung und der Fütterung ebenso wie etwa zu sportmedizinischen Fragen. Das wissenschaftliche Spektrum ist also ebenso breit und facettenreich wie unser Buchprogramm. Nicht von ungefähr ist das Motto des FNverlages ‚Aus der Praxis für die Praxis’. Denn die FN ist zwar meines Wissens weltweit der einzige Sportverband, der einen eigenen Verlag hat, aber  unsere Themenfelder beschränken sich nicht auf Sport und Ausbildung. In den mehr als vier Jahrzehnten unseres Bestehens – 2017 feierten wir 40 Jahre FNverlag – veröffentlichten wir mehr als 500 Titel mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten.

Die Dissertationsreihe wird allerdings nicht mehr aufgelegt und erweitert?

Das stimmt, das Feld verlagert sich, derartige Publikationen erreichen die Leser heute über die Neuen Medien. Auch wir haben unsere Produkte den sich ständig verändernden Leserbedürfnissen angepasst, bauen die digitale Schiene ständig aus und tragen den Wünschen unserer Zielgruppe auch mit E-Books und Apps Rechnung. Insofern freuen wir uns, dass die GWP mit ihrer neuen Homepage diesen Weg des Wissenstransfers ausbaut und wir auch dabei ihr Partner sind. Der FNverlag und die GWP – das passt einfach zusammen.


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