Pferdeliebe auch über die Grenzen hinaus: Dr. Julia Steinhoff-Wagner, Agrarwissenschaftlerin Experten im Fokus

von Friederike Wittland/GWP

Die Pferde begleiten GWP-Vorstandsmitglied Dr. Julia Steinhoff-Wagner schon ihr Leben lang, sogar während ihres dreijährigen Auslandsaufenthaltes in den USA vergingen nur wenige Wochen ohne Stallgeruch. „Mein Mann hat damals dafür gesorgt, dass ich wieder ein Pferd bekomme“, lacht die gebürtige Helmsterin aus dem Landkreis Stade, wo genauso viele Pferde wie Menschen das kleine Geestdorf prägen.

Ihre Eltern waren früher beide im Sattel aktiv, Vater Jörn ritt die Pferde des Gespannfahrers und ehemaligen Bundestrainers Franz-Hermann Hahn in den Sechziger Jahren. „Ich saß schon auf dem Pferd, bevor ich überhaupt sitzen konnte“, erzählt Dr. Julia Steinhoff-Wagner, die dabei an ein Bild denkt, auf dem die Reitstiefel ihres Vater noch größer waren, als sie selbst. Von Anfang an war sie im Sattel von jungen Pferden unterwegs, frei nach dem Motto: Es ist nicht schlimm wenn man hinfällt, aber es ist wichtig wieder aufzustehen! Am Ende war sie in Dressur- und Springprüfungen bis zur Klasse M erfolgreich unterwegs.

Nach ihrem Abitur 2002 in Stade studierte Dr. Julia Steinhoff-Wagner an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel Agrarwissenschaften und knüpfte nach ihrem Bachelor- und Masterabschluss ihre Promotion nahtlos an. Von 2010 bis 2013 verschlug es sie gemeinsam mit ihrem Mann in die USA. „Ich gehe gerne auf Reisen, die Zeit in den USA habe ich sehr genossen – trotzdem stand fest, dass wir nach ein paar Jahren wieder zurück nach Deutschland kehren werden.“ Neben ihrer beruflichen Tätigkeit war Dr. Julia Steinhoff-Wagner auch auf einer amerikanischen Farm aktiv, wo sie die Unterschiede in der Pferdezucht (Araber und Amerikanisches Saddlebred), die Arbeit mit jungen Pferden bis zur Turniervorstellung und die Nutzung von Pferden in der für die USA typischen Freilandhaltung von Fleischrindern kennen lernte – auch ein eigenes Pferd durfte in dieser Zeit nicht fehlen.

Mit der GWP ist Dr. Julia Steinhoff-Wagner schon seit 2005 verbunden, im Rahmen ihrer Bachelorarbeit zum Thema „Aufzucht und Verkauf von Reitpferden – Einflussfaktoren und rechtliche Rahmenbedingungen“ wurde sie Mitglied. Auch während des Auslandsaufenthaltes blieb sie der GWP treu, indem sie die Kurzfassungen von aktuellen internationalen Forschungsarbeiten übersetzte, die eine Zeit lang von der GWP an die Fachzeitschrift St. Georg geliefert wurden. Seit 2015 gehört Dr. Julia Steinhoff-Wagner zum Vorstand der GWP, zu ihren derzeitigen Aufgaben gehören vor allem die Bearbeitung der Forschungsstipendien inklusive der Korrespondenz mit Antragstellern und Gutachten, sowie die fachliche Prüfung des Antrags und der Berichte.

Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt Dr. Julia Steinhoff-Wagner in Meckenheim bei Bonn. Seit drei Jahren ist sie im Institut für Tierwissenschaften – Präventives Gesundheitsmanagement – an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig, vorher war sie an den Lehrstühlen der Tierernährung sowie der Physiologie und Hygiene im Einsatz. Neben ihrem Beruf lag Dr. Julia Steinhoff-Wagner stets das persönliche Engagement im Reitsport am Herzen. Dazu gehörten das Training und die Organisation einer großen Dressurquadrille der Forschungsstuten am Leibnitz-Institut für Nutztierbiologie, als auch das Erteilen von Reitunterricht im örtlichen Reitverein, wobei sie seit ihrer Geburt Familienmitglied im Reitverein Harsefeld und Umgebung e.V. ist. Über mehrere Jahre stellte sie erfolgreich das Vierkampf-Team des Kreis Reiterverbandes Stade Altes Land vor.

2005 gewann Dr. Julia Steinhoff-Wagner bei einer Verlosung des großen Bargstedter Turniers ein damals noch nicht angerittenes Pony, das sie bis heute begleitet und ein echtes Familienmitglied ist. Selbst in der Danksagung ihrer Doktorarbeit findet das Pony bei der Aufzählung der Familie einen Platz, da es stets für „Entspannung und Erholung“ sorgte. Heute wird die Reitponystute von ihrer Tochter geritten, ihr älterer Sohn interessiere sich bislang weniger für die Reiterei: „Er fährt gerne mit in den Stall, tobt dort aber lieber im naheliegenden Wald und klettert auf Bäume. Er möchte auch hin und wieder auf’s Pony, aber zur restlichen Pflege und dem Putzen hat er keine Lust.“ Der jüngste Sohn verfolgt die großen Vierbeiner bislang nur aus dem Kinderwagen – die Länge der Reitstiefel hat er bereits erreicht!


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