GWP-Förderpreis 2026 – Sieger-Masterarbeit: Merle Severit über Unterschiede der Rohnährstoffe von frischem Weidegras GWP-Förderpreis / GWP-Förderpreis 2026 / Neues aus der Pferdeforschung

Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft um das Pferd (GWP) hat 2026 zwei Masterarbeiten ausgezeichnet und im Deutschen Pferdemuseum Verden die Siegerin und die Prämierte präsentiert. Hier ist die Zusammenfassung der Sieger-Masterarbeit von Merle Severit. Die GWP, die Fachjury und die Förderpartner gratulieren herzlich!

„Unterschiede der Rohnährstoffe von frischem Weidegras von Grünlandstandorten für Pferde mit unterschiedlicher botanischer Ausprägung“

Merle Severit (Masterarbeit, Hochschule Osnabrück, Studiengang Angewandte Nutztier- und Pflanzenwissenschaften)

Da Grünfutter die Grundlage jeder Pferderation darstellt, ist ein Verständnis der Nährstoffgehalte von zentraler Bedeutung. Bisher sind die Unterschiede in Zusammensetzung und Nährstoffprofil der Bestände jedoch lückenhaft erforscht. Für die praxisgerechte Fütterung ist es essenziell, Nährstoffgehalte verschiedener Grünlandbestände mit unterschiedlicher botanischer Zusammensetzung zu kennen, um mögliche Unter- oder Überversorgungen zu berücksichtigen, da beide Auswirkungen auf die Tiergesundheit haben können.

Diese Arbeit untersucht, inwiefern sich Rohnährstoffgehalte von Weidegras auf verschiedenen Standorten unterscheiden und welche Konsequenzen sich daraus für die Ernährung von Pferden ergeben. Dazu wurden 48 Proben frischen Grases aus vier Blockanlagen mit unterschiedlicher botanischer Zusammensetzung zu drei Zeitpunkten der frühen Weideperiode (Ende April bis Mitte Mai) verglichen. Für die Analyse botanischer Unterschiede wurden jeweils zwei Flächen mit dominanter Grasart zusammengefasst (≥ 30 % Deutsches Weidelgras bzw. ≥ 60 % Wiesenschwingel). Die Auswertung erfolgte mittels zweier multifaktorieller Varianzanalysemodelle.

Ergebnisse:

  • Es bestehen Unterschiede in den Rohnährstoffgehalten zwischen den Flächen mit unterschiedlicher botanischer Ausprägung
  • Höchste Gehalte für Rohprotein und praecaecal verdauliches Rohprotein finden sich auf einer weidelgrasdominierten Fläche mit ältester Ansaat und größter Artenvielfalt. Die höchsten Energiegehalte weist eine wiesenschwingeldominierte Fläche mit geringen Anteilen an Weidelgras und Wiesenfuchsschwanz auf
  • Zusammengefasst zeigen Weidelgrasbestände höhere Gehalte an Rohprotein, praecaecal verdaulichem Rohprotein, Rohfett und Rohasche. Für Rohfaser und metabolisierbare Energie bestehen keine signifikanten Unterschiede
  • Die tägliche Mindestaufnahme an Trockensubstanz zeigt: praecaecal verdauliches Rohprotein liegt fast überall über dem Bedarf, mit Ausnahme einer wiesenschwingeldominierten Fläche
  • Die energetische Versorgung reicht auf keiner Fläche für erhöhten Bedarf (Arbeit, Trächtigkeit)

Die Untersuchung liefert wertvolle Beiträge für die Praxis, zeigt jedoch, dass Heterogenität der Flächen eindeutige Schlussfolgerungen erschwert. Unterschiedliche Ansaatzeitpunkte und botanische Vielfalt führen dazu, dass die Interpretation nur eingeschränkt möglich ist. Dennoch lassen sich wichtige Tendenzen ableiten, die Grundlage für Praxis und Forschung sein können. Um belastbarere Aussagen zu treffen, sind weiterführende Untersuchungen, insbesondere zu späteren Weidezeitpunkten, erforderlich.

Über Merle Severit

… ihr persönlicher Bezug zum Pferd
Ich hatte das Glück, auf einem pferdewirtschaftlichen Betrieb aufzuwachsen. Sowohl meine Eltern als auch mein Bruder sind als Pferdewirtschaftsmeister eng mit Pferden verbunden, sodass mir der „Pferdevirus“ in die Wiege gelegt wurde. Pferde begleiten mich, seit ich denken kann und prägen mein Leben bis heute.

… was sie bewogen hat, das Thema Pferd auch zu ihrem beruflichen Schwerpunkt zu machen
Nach meiner Ausbildung zur Pferdewirtin in der klassischen Reitausbildung wollte ich meine praktischen Erfahrungen durch theoretische Kenntnisse ergänzen. Aus diesem Grund habe ich mich zunächst für den Bachelorstudiengang Landwirtschaft und anschließend für den Masterstudiengang Angewandte Nutztierwissenschaften an der Hochschule Osnabrück entschieden. Pferde faszinieren mich in all ihren Facetten und haben schon immer eine zentrale Rolle in meinem Leben gespielt, weshalb für mich schnell klar war, diesen Weg auch beruflich weiterzuverfolgen.

… welcher Aspekt sie besonders am Thema ihrer Arbeit fasziniert
Besonders fasziniert mich die hohe Praxisrelevanz meines Themas. Pferde begegnen uns täglich auf der Weide, dennoch ist bislang nicht vollständig geklärt, welche Nährstoffe sie dort tatsächlich aufnehmen bzw. welche Unterschiede zwischen verschiedenen Flächen mit unterschiedlicher botanischer Ausprägung vorkommen. Mit meiner Arbeit möchte ich einen Beitrag dazu leisten, das Verständnis für die Nährstoffgehalte und deren Unterschiede auf verschiedenen Grünlandstandorten zu verbessern.

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