GWP-Förderpreis / GWP-Förderpreis 2026 / Neues aus der Pferdeforschung
Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft um das Pferd (GWP) hat 2026 vier Bachelorarbeiten ausgezeichnet und im Deutschen Pferdemuseum Verden die Siegerin und die Prämierten präsentiert. Hier ist die Zusammenfassung der prämierten Bachelorarbeit von Laura Bräuninger. Die GWP, die Fachjury und die Förderpartner gratulieren herzlich!
„Die Rolle von Erlebnispädagogik am
Beispiel des Kindertages im Haupt- und Landgestüt Marbach“
Laura Bräuninger (Bachelorarbeit, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, Studiengang Pferdewirtschaft)
Die Arbeit mit dem Titel „Die Rolle von Erlebnispädagogik am Beispiel des Kindertages im Haupt- und Landgestüt Marbach“ untersucht am Beispiel des Kindertags im Haupt- und Landgestüt Marbach, welchen Einfluss pferdegestützte erlebnispädagogische Maßnahmen auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern haben. Dabei stehen Aspekte wie Selbstvertrauen, soziale Kompetenz und Interesse am Pferd im Mittelpunkt.
Erlebnispädagogik wird als erfahrungsorientiertes Bildungsmodell dargestellt, das besonders im Bereich der Kinder- und Jugendpädagogik wirksam ist. Der Einsatz von Pferden erweitert diesen Ansatz um eine emotionale und soziale Komponente. Pferde fördern durch ihre Sensibilität und Reaktionen das Verantwortungsbewusstsein und die Selbstreflexion von Kindern.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden zwei empirische Methoden kombiniert: eine quantitative Online-Umfrage mit 186 Teilnehmenden und ein qualitatives leitfadengestütztes Experteninterview. Die Umfrage erfasste soziodemografische Merkmale, Vorerfahrungen mit Pferden, Zufriedenheit mit dem Kindertag sowie zukünftiges Interesse. Das Interview wurde mit einem erfahrenen Experten aus dem Bereich pferdegestützter Pädagogik geführt und mit MAXQDA ausgewertet.
Die Umfrage zeigt eine hohe Zufriedenheit mit der Veranstaltung sowie ein gestärktes Interesse der Kinder am Pferd. Besonders hervorzuheben ist die große Bereitschaft der Familien, erneut teilzunehmen und die Veranstaltung weiterzuempfehlen. Auch Kinder ohne Vorerfahrung konnten durch den Kindertag positive Impulse erfahren. 81,6 % der Probanden gaben an, dass deren Kinder auch in Zukunft Interesse am Pferd haben werden (15,8 % sehr wahrscheinlich, 65,8 % wahrscheinlich). Das Interview bestätigte die Wirkung pferdegestützter Erlebnisse auf die emotionale und soziale Entwicklung von Kindern.
Pferdegestützte Erlebnispädagogik fördert kindliche Entwicklung ganzheitlich. Zukünftig sollte das Konzept weiter ausgebaut und durch Langzeitstudien ergänzt werden. Zudem bietet sich eine stärkere Einbindung solcher Angebote in schulische und außerschulische Bildungskonzepte an.
Über Laura Bräuninger
… ihr persönlicher Bezug zum Pferd
Mein Bezug zum Pferd ist sehr tief verwurzelt, da ich in einen elterlichen Pferdebetrieb hineingeboren wurde und somit von klein auf täglich mit Pferden zu tun hatte. Sie waren immer ein fester Bestandteil meines Lebens, wodurch sich früh eine große und bis heute anhaltende Faszination entwickelt hat. Zudem bin ich ambitionierte Springreiterin, was meinen Bezug zum Pferd zusätzlich prägt.
… was sie bewogen hat, das Thema Pferd auch zu ihrem beruflichen Schwerpunkt zu machen
Ursprünglich habe ich bewusst einen anderen beruflichen Weg eingeschlagen, da ich mein Hobby nicht zum Beruf machen wollte. Pferde sollten für mich stets ein Ausgleich bleiben. Mit der Zeit habe ich jedoch gemerkt, dass mir ohne den Bezug zum Pferd etwas fehlt. Gleichzeitig wurde mir klar, wie vielfältig die Möglichkeiten in der Pferdebranche sind. Diese Erkenntnis hat mich schließlich dazu bewegt, meinen beruflichen Fokus neu auszurichten. So bin ich letztendlich an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen gelandet, wo ich Pferdewirtschaft studiert habe und meine Leidenschaft mit meinem Beruf verbinden konnte.
… welcher Aspekt sie besonders am Thema ihrer Arbeit fasziniert
Mich fasziniert besonders das Pferd als Medium für persönliche und soziale Entwicklung. Pferde ermöglichen es auf einzigartige Weise, Selbstvertrauen, Verantwortungsbewusstsein und soziale Kompetenzen zu fördern. Gerade bei Kindern zeigt sich, wie wertvoll der direkte Kontakt zum Pferd ist: Durch spielerische und pädagogisch durchdachte Ansätze können diese nicht nur Wissen über das Tier erwerben, sondern auch wichtige Fähigkeiten für ihr eigenes Leben entwickeln. Besonders spannend finde ich dabei, dass es trotz des großen gesellschaftlichen Interesses am Pferd noch immer an kindgerechten Zugängen und passenden Konzepten fehlt. Genau hier liegt ein großes Potenzial: Durch gezielte Angebote kann die Mensch-Tier-Beziehung nachhaltig gestärkt und für Bildungsprozesse genutzt werden. Diese Verbindung von Tier, Pädagogik und persönlicher Entwicklung macht das Thema für mich besonders interessant und relevant.
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