GWP-Förderpreisträgerin 2021, Alina Michler. GWP-Förderpreis / GWP-Förderpreis 2021

Alina Kathrin Michler (Bachelorarbeit, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, Fakultät Agrarwirtschaft, Volkswirtschaft und Management)

„Genetic diversity of Connemara Pony populations with a geographical distance to the native breed in Ireland, New Zealand, Australia and Canada“

Die Erhaltung der genetischen Diversität ist ein oft unterschätzter, aber dennoch wichtig zu berücksichtigender Faktor in der Tierzucht. Auch das in Irland heimische Connemara-Pony muss sich dieser Herausforderung stellen. Dies gilt insbesondere, seitdem die Rasse immer größere Beliebtheit erlangte und weltweit in Subpopulationen verteilt ist. Um den aktuellen Status der genetische Vielfalt der Connemara-Ponys zu untersuchen, stellten Zuchtverbände aus Neuseeland, Australien und Kanada DNA-Profile aller in ihrem Zuchtbuch registrierten Ponys zur Verfügung. Des Weiteren wurden bereits existierende Daten von 69 Connemara-Ponys aus den USA hinzugefügt (nicht repräsentativ für die Population). Faktoren, welche die genetische Diversität beeinflussen – wie die Heterozygosität, Inzucht und genetische Distanzen (PCA, FCA) – wurden anhand dieser Daten berechnet.

Die Ergebnisse zeigten eine allgemein hohe genetische Diversität der vier untersuchten Populationen. Mit einer Heterozygosität zwischen 0,779 und 0,789 und einer durchschnittlichen Anzahl an Allelen zwischen 7,25 und 7,83 fanden sich die Connemara-Ponys in einer besseren Situation als viele andere Pferderassen. Die durchweg negativen Werte des Inzuchtkoeffizienten FIS wiesen ebenfalls auf wenig Inzucht und somit ein gutes Zuchtmanagement in der Vergangenheit hin. Verglichen mit einer Studie von Winton et al. (2019), welche die genetische Diversität der Connemara-Ponys in ihrem Heimatland untersuchte, zeigte sich, dass die Rasse in ihren Subpopulationen sogar eine höhere genetische Variabilität als in der Heimpopulation zu haben scheint.

Die Analysen der genetischen Distanzen offenbarte zudem, dass alle getesteten Populationen genetisch voneinander abgrenzbar und unterscheidbar sind. Dies lässt sich durch die geografische Distanz und das unterschiedliche Zuchtmanagement erklären und bedeutet aber gleichzeitig, dass die verschiedenen Populationen als Quelle der Vielfalt füreinander dienen könnten.

Insgesamt deuteten die Ergebnisse also darauf hin, dass die geografische Distanz keinen negativen Einfluss auf die genetische Diversität der Subpopulationen dieser Studie hat. Im Gegenteil, die Populationen könnten als Quelle der Vielfalt füreinander und für die Heimpopulation in Irland dienen. So könnten Züchter die Diversität der Rasse aufrechterhalten oder sogar steigern, während die Merkmale, die das Connemara-Pony ausmachen, erhalten blieben.

Kurzbiografie

  • Geboren am 15.07.1996 in Schramberg
  • Abitur 2016 in Rottweil
  • 2016 bis 2020 Studium der Pferdewirtschaft (B. SC .) an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
  • Praktika u.a. in Irland (Reittourismus, Pferdevermarktung)
  • Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft am Center for Animal Genetics in Tübingen

Alina Kathrin Michler
… ihr persönlicher Bezug zum Pferd
Schon seit meiner Kindheit verbrachte ich jede freie Minute bei den Pferden. Für mich gab es nichts Schöneres, als den ganzen Tag im Stall zu sein und diese Faszination für Pferde ebbte bis heute nie ab.

… was sie bewogen hat, das Thema Pferd auch zu ihrem beruflichen Schwerpunkt zu machen
Als ich vom Studiengang Pferdewirtschaft in Nürtingen und somit von der Möglichkeit erfuhr, mein Hobby mit meinem zukünftigen Beruf zu verbinden, war für mich sofort klar, dass ich diesen Weg einschlagen möchte. Vor allem die vielseitigen Möglichkeiten, die durch dieses Studium bestehen, haben mich begeistert.

… welcher Aspekt sie besonders am Thema ihrer Masterarbeit fasziniert
Am Thema meiner Arbeit fasziniert mich besonders, wie viel man über eine Pferderasse erfahren kann, indem man sich deren Erbgut anschaut. Die Tatsache, dass man die Geschichte einer Rasse nur anhand der Gene nachvollziehen und erklären kann, ist beeindruckend. Noch viel wichtiger ist jedoch, dass anhand dessen Entscheidungen für die zukünftige, weltweite Zucht getroffen werden können, welche die genetische Vielfalt und somit auch die Gesundheit der Rasse erhalten und darauf einen positiven Effekt haben. Und gerade die Gesundheit des eigenen Pferdes ist vermutlich das Allerwichtigste für jeden Pferdebesitzer.


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