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Zusammenfassungen von Studentenarbeiten abgeschlossen im Jahr 2011:

 

 

 

 

             Bachelorarbeit von Maike Juliane Fischer

 

 

             Masterarbeit von Aline Gülden

 

 

 

 

 

  • Staubbelastung in der Pferdehaltung                                                                                                       Dissertation, Georg-August-Universität Göttingen von Felix Garlipp

 

 

 

Die richtige Reitstrategie für Distanzritte 

In einer Studie wurden 5 international erfolgreiche Distanzreiter-Pferde-Paare mit 5 erfahrenen weniger erfolgreichen Paaren verglichen. Mit je einem Schwingungsmesser in der Nähe des Schwerpunkts von Pferd und Reiter und einem GPS Gerät wurden die Testpaare auf die ca. 100 km langen Strecken mit mehreren Tierarztstationen geschickt.

Mit Hilfe der Kurven, die von den Schwingungsmessern erzeugt wurden, kann beim Pferd zwischen den Gangarten Trab und Galopp, sowie beim Reiter zwischen Aussitzen, Leichttraben und Entlastungssitz in der Auswertung unterschieden werden.

Der Unterschied zwischen den Distanzreiter-Pferde-Paaren, der über Erfolg entscheidet, liegt in der Endgeschwindigkeit. Beide Gruppen starten mit ca. 18 km/h, wobei am Ende die Geschwindigkeit bei den erfolgreichen Paaren gegen Ende 21 km/h beträgt und bei den weniger erfolgreichen Paaren nur knapp 20 km/h. Die Autoren vermuteten, dass die erfolgreichen Paare mehr im leichten Sitz im Galopp unterwegs sind, was zu Beginn der Strecke bestätigt wurde. Jedoch die zum Erfolg führende höhere Endgeschwindigkeit wurde durch Aussitzen im Galopp erreicht und führte zu einer höheren Herzfrequenz bei dem erfolgreichen Distanzreiter.

 

Quelle: Viry, S. und andere: Combined influence of expertise and fatigue on riding strategy and horse-rider coupling during the time course of endurance races. Equine Vet J., 2014.

 

 

Braucht das Steppentier Pferd Schatten?

In unseren Haltungsrichtlinien ist verankert, dass Pferden ein Witterungsschutz zur Verfügung gestellt werden muss, wenn diese ganzjährig oder über einen längeren Zeitraum ganztägig auf der Weide gehalten werden. Bergründet wird das in der Richtlinie mit dem arttypischen Verhalten, dass die Pferde z.B. bei intensiver Sonneneinstrahlung den Schatten von sich aus aufsuchen.

Wissenschaftlich war diese Annahme zwar schlüssig und nachvollziehbar, aber nicht experimentell bewiesen. In Kalifornien bei einer Außentemperatur von 30°C wurde der Beweis nun nachgeholt: 12 Pferde wurden in Paddocks von gleicher Größe gehalten, die entweder überdacht und ohne Schutz waren.

Pferde, die schutzlos der Sonnenstrahlung ausgesetzt sind haben am Nachmittag eine um 0,3°C erhöhte Körpertemperatur und eine um 1°C erhöhte Hauttemperatur. Diese Erhöhungen liegen im Normalbereich und die Pferde hatten noch kein Fieber. Weiterhin atmeten die der Sonne ausgesetzten Pferde 5 Züge mehr in der Minute, schwitzten mehr und tranken 1,8L/100 kg Körpergewicht mehr als Pferde mit schattenspendendem Dach. Ohne Schutz war der Plasmaspiegel des Stresshormons Cortisol zwar im normalen Bereich, aber um 30% höher als bei der Vergleichsgruppe. Zudem hatten die Pferde ohne Schatten 60% mehr Insekten in ihrer Umgebung. Insgesamt stehen Pferde die der Sonne schutzlos ausgeliefert mit dieser Studie nun nachweislich unter erhöhtem Stress, was ihr Risiko für weitere Beeinträchtigungen erhöht. Der durch den Witterungsschutz erzeugte Schatten trägt maßgeblich zum Wohlbefinden bei und sollte bei intensiver Sonnenstrahlung unabhängig von der Dauer des Weidegangs gewährleistet werden.

Quelle: Holcomb, K.E. und andere: Physiological, behavioral, and serological responses of horses to shaded or unshaded pens in a hot, sunny environment. J Anim Sci. 2013.

 

 

Effekte durch Scheren und Eindecken

 

 

 

 

 

Viele Pferde werden in den Wintermonaten geschoren und eingedeckt. Ob das die Körpertemperaturregulation beeinflusst oder sich auf die Regeneration nach dem Training auswirkt, haben schwedische Wissenschaftler bei drei Pferden und Außentemperaturen unter Null Grad Celsius untersucht. Die Pferde durchliefen jeweils dasselbe Trainingsprogramm (6,5 km, 50 min, alle Gangarten) 1. mit Winterfell, 2. mit Winterfell und Abschwitzdecke nach dem Training, 3. mit einer Körperhälfte geschoren, 4. beidseitig geschoren, und 5. geschoren und eingedeckt.

Die Herzschläge stiegen durch das Training, waren aber unbeeinflusst durch Scheren oder Eindecken. Die Atmung verlangsamte sich von 77 +/-30 Atemzüge pro Minute bei ungeschorenen auf 49+/-27 bei geschorenen Pferden, wobei die Atemfrequenz bei den ungeschorenen und eingedeckten Pferden nach dem Training länger benötigt, um auf das Ausgangsniveau zurückzufallen. Körpertemperatur war bei ungeschorenen Pferden nach dem Training erhöht, jedoch die Oberflächentemperatur auf der Haut war am niedrigsten während des Trainings der geschorenen Pferde. Schweißbildung wurde nach dem Training bewertet: Am meisten Schweiß hatten ungeschorene Pferde mit Decke, gefolgt von ungeschorenen und halb geschorenen und am wenigsten hatten geschorene Pferde.

Diese Studie zeigt, dass ungeschorene Pferde bei einem Trainingsprogramm, was einer durchschnittlichen Reitstunde entspricht, tatsächlich ein Hitzeproblem bekommen. Das Eindecken von ungeschorenen Pferden verlangsamt die Regeneration. Bei geschorenen Pferden jedoch verläuft die Regeneration unabhängig vom Eindecken schnell.

 

Quelle: Wallsten, H. und andere: Temperature regulation in horses during exercise and recovery in a cool env

 

ironment. Acta Vet Scand. 2012

 

 

Blutstammzellentherapie kann erfolgreich Verletzungen heilen

  

Es kommt relativ häufig vor, dass Pferde ihre Beine Verletzen und durch ihre Fluchtreaktion vergrößern sie oftmals die Verletzung sogar. Bei großen Verletzungen infizieren sich die Wunden und in manchen Fallen versagen konventionellen Therapien. Vier Warmblut Pferde, deren Verletzung mit konventioneller Therapie mehr als 3 Monate erfolglos behandelt wurde, wurden mit einer Blutstammzellentherapie behandelt. Dabei wurde jedem Pferd 5-7 ml Blut entnommen, aus dem die Blutstammzellen gewonnen wurden. Gelöst in Salzpuffer wurden an 5 Stellen jeweils 500 000 Blutstammzellen in das Gewebe am Wundenrand gespritzt und zusätzlich 125 000 Blutstammzellen in den Blutkreislauf. Zusätzlich wurde zur Behandlung einmalig ein Beruhigungs- und ein Schmerzmittel verabreicht und die Wunde desinfiziert. Nach vier Wochen war bei allen ein Zuwachsen der Wunde zu erkennen, gefolgt von Verkrustung, Vernarbung und Fellwachstum. Die Autoren sind die allerersten, die die Methode beim Pferd und Erfolge bei der Anwendung beschreiben. Für die Anwendung in der Praxis müssen jedoch mehr Pferde erfolgreich behandelt werden und tiefergehende Tests der Therapie folgen.

 

Quelle: Spaas, J.H.: The effect of equine peripheral blood stem cells on cutaneous wound healing: a clinical evaluation in four horses. Clin. Exp. Derma., 2013.

 

 

Trainingszustand verändert Verdaulichkeit und Fermentationseigenschaften derselben Ration

 

Im Vergleich von stark trainierten Sportpferden und untrainierten Pferden waren die Verdaulichkeiten häufig höher in ersteren, jedoch gab es bisher keinen direkten Vergleich: Die Rationen waren an die Leistung angepasst, die Pferde und auch die Studien waren unterschiedlich.

In einer jetzt veröffentlichten Studie wurden untrainierte Pferde untersucht: Sie wurden mit einer Ration gefüttert, die den Bedarf für leichte Arbeit deckt. Nach einer Anpassungsphase von 3 Wochen, wurde ein Verdauungsversuch durchgeführt. Bei 6 Pferden wurden die folgenden 5 Wochen danach das Training begonnen und stufenweise wöchentlich erhöht. Nach diesen 5 Wochen wurde der Verdauungsversuch wiederholt.

Körpergewicht und Körperkondition sind nach 5 Wochen Training unverändert, das vorgelegte Futter wurde komplett aufgenommen. Die Verdaulichkeiten von Trockenmasse und organischer Masse der Ration sind nach dem Training höher als vorher, wie auch die Konzentrationen von flüchtigen Fettsäuren im Kot. Die Autoren schlussfolgern, dass bei trainierten Pferden die Energie der Ration durch die gesteigerte Produktion von flüchtigen Fettsäuren im Dickdarm effizienter genutzt werden kann. Sie empfehlen diesen Erkenntnis bei der Gestaltung von Rationen zu berücksichtigen.

Quelle: Goachet, A..G. und andere: Effect of physical training on nutrient digestibility and faecal fermentative parameters in Standardbred horses. J Anim Physiol Anim Nutr, 2014.

 

 

 

 

Neuer Ansatz zur Behandlung von Sommerekzem

 

Das Equine Sommerekzem ist auch bekannt als Überempfindlichkeit gegen Insektenstiche und bereitet dem betroffenen Tier quälenden Juckreiz. In den letzten Jahren sind die Fälle vermutlich durch die Klimaerwärmung und den geringeren landwirtschaftlichen Einsatz von Insektiziden auf bis zu 30% aller Pferde angestiegen. Welche Pferde betroffen sind, ist einerseits durch die Gene festgelegt und andererseits begünstigt durch Überernährung.

In den letzten Jahren konnten mit der sogenannten Autoserum Therapie die Symptome erheblich gelindert werden. Dabei wird aus einer Blutprobe des jeweiligen betroffenen Pferdes ein Konzentrat hergestellt und dieses zur Behandlung genutzt. Man vermutete, dass die im Serum vorhandenen Fette für die positive Wirkung verantwortlich sind. Im Vergleich von Serumproben von gesunden und kranken Pferden, wurde jetzt bestätigt, dass die Konzentrationen der Fette Lecithin und Sphingomyelin bei Sommerekzem stark erhöht und von Phosphatidsäure niedriger sind. Auf Grund dieser Kenntnis können nun noch spezifischere Therapiemöglichkeiten getestet werden.   

                                                        

Quelle: Hallamaa,R.E.: Phospholipids in sera of horses with summer eczema – lipid analysis of the autoserum preparation used in therapy. Equine Vet J.,  2013.

 

 

Krippenbeißen ist vermutlich auch durch das Hormon Leptin gesteuert 

 

Beim Krippenbeißen, Koppen oder Krippensetzen handelt es sich um eine Unart, bei der die betroffenen Pferde einen Gegenstand (meistens die Krippe) mit ihren Schneidezähnen beißen, zurück ziehen und dabei Luft in die Speiseröhre einsaugen, was dabei das charakteristische Geräusch ergibt. Die Ursachen dieser Verhaltensstörung sind bisher weitgehend unklar und reichen von schlechten Haltungsbedingungen, über genetische Veranlagung bis hin zu intensiver Fütterung und Verdauungsstörungen.

Das Appetit regulierende Hormone Leptin steht im Zusammenhang mit dem Fettstoffwechsel und hemmt das Hungergefühl. Niedrige Leptin Konzentrationen wurden nach der Heuvorlage in Krippenbeißern gefunden, verglichen mit Pferden, die kein auffälliges Verhalten gezeigt haben. Die Autoren diskutieren, dass dieser Effekt über die Geschmacksensitivität für süß und die Ausschüttung von körpereigenen Opioide moduliert wird und sich somit bei Krippenbeißern weniger bis gar kein Zufriedenheitsgefühl nach der Futteraufnahme einstellt. Das Krippenbeißen vermehrt in der Zeit nach der Futteraufnahme auftritt ist allgemein bekannt.

Der nächste Schritt um die Rolle von Leptin in diesem Zusammenhang zu klären, wäre zu sehen, ob man bei Krippenbeißern durch Leptingabe, diese spezielle Verhaltensauffälligkeit reduzieren kann.

 

Quelle: Hemmann, K.E.: Effects of feed on plasma leptin and ghrelin concentrations in crib-biting horses. Vet J., 2013.

 

 

Neue Methode verringert das Risiko der Übertragung des Arteritis Virus bei der Besamung

 

Das Equine Arteritis Virus verursacht die virusverursachte Entzündung der arteriellen Blutgefäße. Die Erkrankung äußert sich häufig in Schwellung der Blutgefäße am Bauch, kann aber auch den Abort bei Stuten verursachen oder zu tödlichen Lungenentzündungen bei Fohlen führen.

Die Infektion erfolgt über Körperflüssigkeiten. Es gibt einige dauerausscheidende Hengste, die das Virus beim Natursprung oder der künstlichen Besamung an die Stute weitergeben. Fohlen stecken sich am häufigsten über Tröpfchen an, die in ihre Atemwege gelangen. So ist das Virus weltweit in den meisten Warmblutbeständen zu finden. Die erfolgversprechendste Strategie bei der Bekämpfung des Viruses ist, die Übertragung bei der Besamung zu minimieren.

Dazu haben schwedische Wissenschaftler drei verschiede Methoden der Zentrifugation nach Verdünnung mit Androcoll-E getestet. Nach allen Verfahren ist die Beweglichkeit der Spermien in der neu-gewonnenen (schichtweise abgetrennten) Flüssigkeit höher, die Qualität also verbessert. Die Verunreinigung mit dem Artritis Virus ist bei allen drei Verfahren verglichen mit dem unbehandelten Ejakulat oder nach einfacher Zentrifugation ohne Androcoll-E auf weniger als 1/10 reduziert. Das Risiko der Ansteckung ist damit zwar nicht ganz verhindert, wohl aber drastisch reduziert.

 

Quelle: Morrell, J.M.: Single-Layer Centrifugation Reduces Equine Arteritis Virus Titre in the Samen of Shedding Stallions. Reprod. Dom. Anim. 2012.

 

 

Verdauungsprozesse in Absetzern und ausgewachsenen Pferden sind identisch

 

Absetzer müssen sich von der Muttermilch auf festes Futter umstellen. Durch ihre Nahrungsaufnahme müssen sie nicht nur ihren Erhaltungsbedarf abdecken, sondern auch ihrem Körper die zusätzlich Energie und Nährstoffe zuführen, die für ihr Wachstum benötigt werden.

Nach einer 3-wöchigen Anpassungphase an eine Ration aus 1/3 Kraftfutter und 2/3 Heu wurde die Passagezeit der Nahrung durch den Darm bestimmt und die Zusammensetzung des Kotes analysiert. Relativ zu ihrem metabolischen Körpergewicht haben 181 Tage alte männliche Absetzer und 13-jährige Wallache die gleiche Menge an Futter gefressen. In beiden Altersgruppen wurden die flüssigen Bestandteile der Mahlzeit nach etwa 22 Stunden und die festen Partikel nach 25 Stunden ausgeschieden. Die Analyse des Kotes zeigt, dass auch die Verdaulichkeit von Trockensubstanz, organischer Substanz und Fasern (NDF) gleich ist.

Auch wenn sich Absetzer noch in ihrer Entwicklung befinden, entspricht ihr Verdauungssystem schon mit etwa 9 Monaten dem ausgereiften Zustand.

 

Quelle: Earing, J.E.: Digestive capacity in weanling and mature horses. J. Anim.Sci. 2013.

 

Dopinganalysen werden schneller, umfassender und kostengünstiger

 

Doping umfasst alle Anwendungen von Substanzen, die zur Leistungssteigerung führen. In den häufigsten Fällen werden bioaktive Eiweiße verabreicht, die regulierend in den Körper eingreifen. Die Durchsetzung des Verbotes von Doping erfordert die routinemäßige Kontrolle dieser in den Körper gelangten bioaktiven Eiweiße. Bisher waren die Analysen kostenintensiv, langwierig und sehr spezifisch. Das einzelne Eiweiß wurde gezielt mit einem passenden, markierbarem anderen Eiweiß, einem sogenannten Antikörper, gebunden und dann sichtbar gemacht. Die Antikörper werden gezielt für ein nachzuweisendes Eiweiß hergestellt. Der Nachweis verwandter Substanzen oder eines veränderten bioaktiven Eiweißes kann eventuell mit dem bestimmten eingesetzten Antikörper nicht abgedeckt werden. Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie (HPLC) ist ein weit verbreitetes Verfahren bei dem Eiweiße mit Hilfe ihres unterschiedlichen Gewichtes voneinander getrennt werden und das die gesamte, für die Analyse gewählte, Bandbreite der Eiweiße nach einmaligem Durchlauf abbilden kann. Mit dem kürzlich neu beschrieben Verfahren konnten 7 ausgesuchte Dopinginhaltsstoffe nachgewiesen werden und es eignet sich, weitere bekannte und sogar zum heutigen Zeitpunkt unbekannte Substanzen nachzuweisen.

 Quelle: Kwok, W.H. und andere: Doping control analysis of seven bioactive peptides in horse plasma by liquid chromatography- mass spectrometry. Anal Bioanal Chem., 2013.

 

Verkehrte Welt? Das Pferd ist stur (unflexibel) und der Esel hat dafür nur eine lange Leitung

Das räumliche Verständnis von verschiedenen Equiden (Pferden, Eseln und Maultieren) wurde in einem Rechteck von 7 x 14 m getestet, dass in der Mitte der langen Seite mit einer Barriere abgetrennt wurde. Ein Durchgang von 1,5 m Breite war zuerst für vier Versuche auf der einen Seite und wurde dann auf die andere Seite für weitere vier Wiederholungen verlegt.

Maultiere lösten die unbekannte Aufgabe am schnellsten und peilten von vorn herein die richtige Seite an. Bei allen drei Wiederholungen fanden alle drei Equidenarten gleichschnell die richtige Seite wieder. Nach der Verschiebung des Durchganges sind die Pferde beim ersten Versuch in die vorherige, jetzt falsche Richtung unterwegs. Die Esel brauchen im ersten Versuch die längste Zeit, um den verschobenen Durchgang zu finden, sie liefen aber schon ab der zweiten Wiederholung den richtigen Weg. Maultiere sind auch nach der Verschiebung des Durchganges wieder die schnellsten, die die Aufgabe bewältigen. Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass das räumliche Verständnis in der Kreuzung von Pferd und Esel, dem Maultier, besser ausgeprägt ist, als bei den Eltern und bescheinigen den Maultieren damit flexibleres Lernvermögen.

 Quelle: Osthaus, B. und andere: Spatial cognition and perseveration by horses, donkeys and mules in a simple A-not-B detour task. Anim. Cogn., 2012.

 

Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner

 

 

 

Weiße Zeichnungen: Gewöhnliche Abzeichen oder krankhaafter Gendefekt, der Pigmetlosigkeit verursacht?

 
Markante Abzeichen, wie vier gleich hoch weisse Beine sind elegant und steigern den Wert des Pferdes. Bei bestimmten, übergroßen weissen Färbungen handelt es sich jedoch nicht um gewöhnliche Abzeichen, sondern um natürlich und spontan auftretende genetische Mutationen, die die Pigmentlosigkeit verursachen.
Es wurden zwei verschiedene Genorte identifiziert, genannt MITF und PAX3. Weist der genetische Code in diesen Genen bestimmte Varianten auf, resultiert daraus mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die fehlende Pigmentierung. Drei der neu aufgefunden Varianten treten sehr selten und nur in bestimmten Rassen wie z.B. dem Quarter Horse auf. Eine Variante, die mit SW1 für "Splashed White 1" bezeichnet wird, kommt relativ häufig und in vielen verschiedenen Rassen vor. Äußerlich sichtbar werden die Variationen des genetischen Codes durch die Färbung als Helmschecke, also eine extrem übergroße weiße Färbung des Kopfes, hoch weiße Beine, blaue Augen oder sogar eine komplett neue Farbe: Macchiato (siehe untenstehendes Bild). Das Problem ist, dass die Veränderungen zusätzlich Taubheit, krankhaft kleine Augen, Unfruchtbarkeit oder Verfohlen verursachen können, alles Ausprägungen, die von Züchtern extrem unerwünscht sind. An den Abzeichen allein kann der Züchter jedoch nicht erkennen, ob es sich um den Defekt handelt oder nicht, deshalb ist es ein großer Fortschritt, dass die Wissenschaftler nun den Zusammenhang mit den Genorten aufdecken konnten. Verschiedene Labore bieten inzwischen Gentests für die exakte Genotypisierung an.

Quelle und Link zum vollständigen Artikel: Hauswirth,R. und andere: Mutations in MITF and PAX3 Cause “Splashed White” and Other White Spotting Phenotypes in Horses. PLOSGenet, 2012.

 

Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner

 

 

Bild: Macciato-Färbung aus Hauswirth,R. und andere: Mutations in MITF and PAX3 Cause “Splashed White” and Other White Spotting Phenotypes in Horses. PLOSGenet, 2012.

 

Identifikation durch den Heißbrand

Die eindeutige Identifikation von Pferden ist für Sporteinsatz, den Verkauf oder den Einsatz von Medikamenten notwendig. Die Lesbarkeit des Verbandssymbols und der zweistelligen Nummer wurde bei 248 Pferden untersucht, die bei einem Championat vorgestellte wurden. Drei verschiedene Gutachter kamen zu ähnlichen Ergebnissen: 88% der Verbandssymbole wurden korrekt abgelesen, 2% falsch und 10% waren unkenntlich. Die zweistellige Nummer wurde bei 40% der Pferde entziffert, wobei in den verbleibenden Fällen die Nummern jeweils zur Hälfte falsch abgelesen wurden oder gar nicht lesbar waren.

Problematisch sind nach Meinung der Autoren die erheblichen Unterschiede in der Anwendung des Brenneisens was die Temperatur und die Kontaktzeit betrifft. In 28 Pferden wurde die Haut an der Brandstelle genauer untersucht: Außer bei einem Pferd wurde eine Narbe festgestellt, die sich z.B. als Verdickung des Hautgewebes oder verstärkten Pigmentierung äußert. In zwei Fällen wird aufgrund von abgestorbenem Gewebe auf Komplikationen in Folge des Heißbrandes geschlossen.

 Quelle: Aurich, J.E. und andere: Readability of branding symbols in horses and histomorphological alterations at the branding site. The Veterinay Journal, 2012.

 

 Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner

 

Überreaktionen auf Insektenstiche

Die Überreaktion welche auch als Sommerekzem bekannt ist, entsteht in Folge von Insektenstichen einer Mückenart aus der Familie der Gnitzen, die ebenfalls als Überträger des Blauzugenvirus und der afrikanischen Pferdepest bakannt ist. Der Stich entfacht im Falle der Überreaktion eine Allergie, die insbesondere Aufgrund des starken Juckreizes generell das Wohlbefinden des Pferdes negativ beeinflusst. In Folge von Überreaktionen auf Stiche werden Pferde aufgestallt. Sensible Pferde werden z.B. besonders in der Abenddämmerung, wenn die Mücken am aktivsten auf Nahrungssuche sind, in geschlossenen Ställen gehalten.

Die Anzahl der Mücken bestimmt die Häufigkeit von Überreaktion in Folge auf Insektenstiche. Bestimmende Faktoren sind Region, Klima und Jahreszeit. Mildes Klima fördert das Auftreten von Mücken, wohingenen in Küstenregionen der Wind das Autreten der Mücken reduziert.

Bei Shetland Ponies, nicht aber bei Friesen wurde gefunden, dass die Grundfarbe Rappe und ein größeres Stockmaß das Risiko für Überreaktion auf Insektenstiche steigern. Obwohl beim Menschen bekannt ist, dass Übergewichtige ein höhreres Risoko für die Ausprägung von Allergien haben, ist das Risiko für Überreaktion in Folge auf Insektenstiche bei Pferden unabhängig von der Körperkondition bei Pferden.

 Quelle: Schurink,A. und andere: Risk factors for insect bite hypersensitivity in Friesian horses and Shetland ponies in The Netherlands. Vet.J., 2012.

 

 Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner

 

Oldenburger Verband führt Fremdreitertest für die Hengstzulassung ein und testet die lineare Beschreibung

Die Richtung der Warmblutzucht wird maßgeblich durch die Auswahl der Hengste gesteuert. Zurzeit werden verschiedene Möglichkeiten zur Verbesserung des bestehenden Auswahl-Verfahrens diskutiert, wobei einige unserer europäischen Nachbarn (KWPN Niederlande,  Belgischer Warmblutverband und Irischer Sportpferdeverband) die lineare Beschreibung statt des herkömmlichen Benotungssystems bereits eingeführt haben. Fast die Hälfte der Hengste wurde mit beiden Methoden gleich bewertet. Mit der herkömmlichen Bewertung hat sich ein Wert um 7 eingeprägt ohne das Spektrum der Noten von 1-10 auszunutzen. Die lineare Beschreibung ist objektiver, transparenter und bietet verschiedene Möglichkeiten der Nutzung durch den Züchter: Er bekommt eine differenzierte Rückmeldung zu seinem Hengst, kann diese Informationen für die Vermarktung nutzen und anderen als detailliertere Information für zukünftige Anpaarungsentscheidungen bereitstellen. Jedoch verweist die Autorin auch darauf, dass die Anwendung einige Weiterentwicklungen erfordert: die Qualitätskriterien, sowie ihre positiven und negativen Ausprägungen müssen exakt definiert werden und die gezielte Schulung der Richter ist notwendig.    

Im Frühjahr 2012 hat der Oldenburger Verband bei der Hengstauswahl statt des Longierens nun den Test unter dem Reiter verlangt, wie er bei der Stutenleistungsprüfung üblich ist. Aus Tierschutz-Gründen kann der Test mit Reiter nicht wie gehabt im Herbst durchgeführt werden, wo die Hengste etwa 2,5 Jahre alt sind, sondern es wird empfohlen diesen in das darauffolgende Frühjahr zu verschieben. Die Studie zeigt, besonders die Auswahl von Dressurvererbern profitiert von der unterm Reiter gewonnen Eindruck, der die Genauigkeit der Selektionsentscheidung auf das entscheidende Zuchtziel – die Reitpferdeeignung- stark verbessert. Dem entgegenstehen die höheren Vorbereitungskosten für den Hengstaufzüchter auf den Fremdreitertest.  

Quelle: Kramer, A: Implementation of an adjusted programof stallion selection. Bachelorarbeit, Wageningen 2012.

 

 Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner

 

Die Gangarten von Pferden sind durch eine einzige natürliche Mutation festgelegt

 Pferde haben gewöhnlich drei Grundgangarten: Schritt, Trab und Galopp. Isländer und amerikanisches Saddlebred können zusätzlich noch Pass gehen und einige Isländer auch Tölt. Nun wurde in allen Pferden mit der Fähigkeit zu passen, das bedeutet die gleichseitigen Beinpaare (Vorder- und Hinterbein) gleichzeitig vor zu setzten, eine natürliche Veränderung (Mutation) des Gens DMRT3 gefunden. Über Generationen haben die Züchter dieser Pferderassen die nur die Pferde mit der Fähigkeit Pass zu gehen ausgewählt und dabei zeigen heute die Gene, mit welcher beeindruckenden Genauigkeit sie ihre Auswahl getroffen haben. Auch dass Trabrennpferde beim Beschleunigen nicht in die nächst höhere Gangart Galopp wechseln, lässt sich über die gefundene Mutation erklären und möglicherweise kann das Wissen um dieses Gen auch bei der Auswahl von Dressurpferden genutzt werden. Pferde, die zum Pass neigen, was in der Dressur zu erheblichem Punktabzug führt, können für die Zucht aussortiert werden.

 Quelle: Andersson, L.S. und andere: Mutations in DMRT3 affect locomotion in horses and spinal circuit function in mice. Nature, 2012.

 

Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner

  

Die Gene bestimmen, dass Schimmel bei der Geburt nicht weiß sind.

Schimmel werden dunkel geboren und verlieren erst über die Zeit ihre Pigmentierung, so dass sie dann mit ca. 6-8 Jahren total weiß sind. Nun wurde in der Erbsubstanz von Schimmeln das Gen „Syntaxin 17“ oder STX17 identifiziert, das den Farbwechsel und auch teilweise den Zeitpunkt des Farbwechsels bestimmt. Interessanterweise, obwohl die Rassen Araber und Isländer schon seit mehr als 2000 Jahren sich getrennt voneinander entwickelt haben, ist bei Schimmeln dieser beiden Rassen das Gen STX17 erstaunlich gleich.

Kommt das Gen von einem Elternteil, ist es dominant, deswegen findet bei den allermeisten Schimmeln der Farbwechsel statt. Kommt dieses Gen nun sowohl vom Vater als auch von der Mutterseite, wurde festgestellt, dass diese Schimmel vermehrt zu Melanomen neigen. Melanome treten bei 70-80% aller Schimmel ab dem 15 Lebensjahr auf. Nun wird vermutet, dass dieses Gen auch im Zusammenhang mit Melanomen eine Rolle spielt.

Quelle: Sundström, E. und andere: Copy number expansion of the STX17 duplication in melanoma tissue from Grey Horses. BMC Genomics, 2012.

 
 Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner

  

Effekte von Gurt, Sattel und Gewicht auf die Rückenbewegungen des Pferdes

Rückenprobleme gehören zu den häufigsten Problemen als dessen Ursache schlecht passende Sättel verantwortlich gemacht werden. Auf dem Laufband wurden die Auswirkungen von Gurt, Sattel und Sattel mit 75kg Gewicht auf die Rückenbewegungen von Pferden mit Video aufgenommen und ausgewertet.

Obwohl ein angezogener Longiergurt die Atmung des Pferdes beeinflusst, hat er weder in Schritt, noch im Trab oder Galopp einen Einfluss auf die Rückentätigkeit im Vergleich zur natürlichen Bewegung.

Ein Sattel beeinträchtigt die Rückenbewegung nur im Galopp und zwar reduziert er den maximalen Krümmungswinkel des 3. Und 5. Lendenwinkel, wohingegen der Sattel mit Gewicht in allen drei Gangarten Krümmungs- und Dehnungswinkel der gemessenen Wirbel begrenzt.

Quelle: De Cocq, P. und andere: Effects of girth, saddle and weight on movements of the horse. Equine Vet. J., 2004.

  

Welche Einstreu eignet sich später besser zum Düngen?

Über 20 kg Mist produziert ein Warmblut Pferd jeden Tag. Bei so viel Mist lohnt sich eine anschließende Nutzung als Dünger. Amerikanische Forscher haben die Einstreumaterialien – Strohhalme, Strohpellets, Holzspäne und Holzpellets – auf ihre spätere Eignung als Dünger untersucht. 

Nach der Entstehung im Stall wurden die Misthaufen jeweils 100 Tage kompostiert und wöchentlich zur besseren Sauerstoffversorgung gewendet. Der höhere Lignin Gehalt im Holz verlangsamt die Abbaugeschwindigkeit, wohingegen das Stroh schneller abgebaut wird. Das zeigt sich im niedrigeren Trockensubstanzgehalt und niedrigerem Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von Strohmist-Kompost.

Zusätzlich herrschen im Strohmist während der Kompostierung höhere Temperaturen über einen längeren Zeitraum, was das Überleben von Keimen, Parasiten und Getreidesamen reduziert und damit die Qualität des kompostierten Strohmistes steigert.

Quelle: Komar, S. und andere: Effects of bedding type on compost quality of equine stall waste: Implications for small horse farms. J. Anim. Sci., 2012.

 

Kann man durch die Bewertung freispringender Fohlen auf ihre spätere Eignung als Springpferd schließen?

Fohlen  im Alter von 6 Monaten wurden beim Überwinden eines 60 cm hohen Sprunges aufgezeichnet. Dieselben Pferde wurden als 5-jährige beim Überspringen eines 1,15m hohen Hindernisses ein zweites Mal begutachtet. Welche der Pferde zu den besten und welche zu den schlechtesten Springpferden gehören, wurde unter dem Reiter beim Absolvieren von bis zu 1,50m hohen Sprüngen geklärt.

Die richtige Springtechnik steht in keinem Zusammenhang mit dem Exterieur. Unabhängig vom Alter zeichneten sich die besten Pferde durch ein enger angewinkeltes und im Ellenbogen stärker gedehntes Vorderbein, sowie ein stärker gewinkeltes Hinterbein aus. Die schlechteren Pferde scheinen außerdem den idealen Absprungpunkt schlechter einschätzen zu können.

Die Technik ist vorhersehbar, die spätere Eignung beruht jedoch auf mehr Eigenschaften, als eine gute Technik.

Quelle: Bobbert,M.F. und andere: Can jumping capacity of adult show jumping horses be predicted on the basis of submaximal free jumps at foal age? The Vet. J., 2005.

   

Oberflächenbehandlung von Wunden mit Vaseline oder wasserstoffperoxidhaltiger Creme

Wunden an anderen Stellen als den Beinen lassen sich bei Pferden schlecht verbinden und werden häufig durch Bakterien infiziert, was zu Antibiotika-Behandlung führen kann und den Heilungsprozess verlängert. Schwedische Wissenschaftler haben standardisierte Wunden jeweils mit Vaseline oder wasserstoffperoxidhaltiger Creme (LHP®) überdeckt oder unbehandelt gelassen.

Die unbehandelten Wunden hatten eine harte Kruste, wohingegen die Behandlung mit Vaseline oder wasserstoffperoxidhaltiger Creme die Oberfläche geschmeidig hält. Die Heilung der Wunde behandelt mit der wasserstoffperoxidhaltigen Creme dauert 32 Tage, mit Vaseline 42 Tage und unbehandelt schließt sich die Wunde nach 44 Tagen. Die wasserstoffperoxidhaltige Creme verhindert eine Besiedelung der Wunde mit Bakterien und die Wunde ist weniger geschwollen und empfindlich beim Berühren, die Creme bleicht jedoch die Haare um die Wunde.

Quelle: Tóth,T. und andere: Evaluation of LHP® (1%hydrogen peroxide) cream versus petrolatum and untreated controls in open wounds in healthy horses: a randomized, blinded control study.Ac. Vet. Scand., 2011.

 

Ausbreitung des Influenza A Virus in Pferdebeständen in Australien

Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren sind Kenntnisse über die Virusausbreitung sehr wichtig, dazu haben australische Forscher einen Influenza A Virus Ausbruch von 2007 analysiert.

Das Ausbreitungsrisiko wird durch Luftfeuchtigkeit, Temperatur und die Windgeschwindigkeit beeinflusst. Es steigt je geringer die Luftfeuchtigkeit (< 60%) ist. Zwischen 20 und 25°C ist die Ansteckungsgefahr geringer als bei höheren und besonders bei niedrigeren Temperaturen. Wind von mehr als 30 km/h über 3 Tage verstärkt das Infektionsrisiko.  

Weitere Faktoren, die die Ansteckungsgefahr erhöhen sind die Anzahl der Pferde, die Fläche, die Pferdedichte (Pferde pro Fläche), die Bevölkerungsdichte, die Länge eines Zaunes zwischen zwei Pferdeweiden oder die Entfernung zur nächsten Hauptstraße (je dichter, desto geringer das Risiko), sowie die Höhe (auf Meereshöhe ist das Risiko größer als in höher gelegenen Gebieten).

Quelle: Firestone,S.M. und andere: The Influence of Meteorology on the Spread of Influenza: Survival Analysis of an Equine Influenza (A/H3N8)Outbreak. PlosONE, 2012.

  

Welche Möglichkeit eignet sich am besten zur Fütterung von Heu-Rundballen auf der Weide?


Auf jeden Fall sollte eine Fütterungsstation auf der Weide aufgestellt werden, denn wird das Heu ohne Station direkt auf dem Boden platziert, geht über 50% des Heus verloren und zusätzlich reduziert sich die Futteraufnahme durch die Pferde auf die etwa Hälfte: von 2-2,4 % des eigenen Körpergewichts auf 1,3%, dabei ist es dem Pferd gleichgültig welche Art von Station genutzt wird.
Im Vergleich der Stationen sind die Anschaffungskosten entscheidend (von 100 bis 2500€, sortiert): Heunetz, Ring mit runden Fressgittern, geschlossener Ring, Gitterwanne, Kunststoff-Heuhut, Ring mit runden nach innen geneigten Fressgittern, Kegel mit schrägem Fressgitter, Verlust-minimierende Raufenstation und überdachte Hängeraufe. Die geringsten Heuverluste treten bei der Verlust-minimierenden Raufenstation (5%), dem Heunetz (6%), dem Heuhut (9%) und der Hängeraufe (11%) auf. Am ökonomischsten ist damit das Heunetz gefolgt von dem geschlossenen Ring und dem Ring mit den runden Fressgittern.
 

Quelle: Martinson,K. und andere: Round-bale feeder design affects hay waste and economics during horse feeding. J.Anim. Sci , 2012.

 

Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner

 

Das Geheimnis einer Schau-erfolgreichen Palomino Züchtung


Palominos sind gekennzeichnet durch ihre goldene Fellfarbe mit hellem Langhaar, dabei ist die Rasse unbedeutend. Um einen Palomino zu züchten muss man nicht unbedingt Palominostute und Palominohengst miteinander kreuzen, denn das führt nur in jedem zweiten Falle zur gewünschten Palominofärbung, sondern auch die Anpaarung von einem Palomino mit einem Braunen, Fuchs, Schimmel oder einem Cremello bringt mit einer gewissen Chance einen Nachkommen mit der goldenen Fellfarbe. Nur die Paarung von Fuchs und Cremello garantiert ein Palominofohlen. Dabei ist es unwichtig, welche Farbe von der Vater- oder Mutterseite kommt.
Bei Palominoschauen werden nach Auskunft des britischen Palominoverbandes die Pferde zu 80 % nach ihrer Farbgebung und zu 20% nach ihrem Exterieur bewertet. Dabei haben die Cremello x Fuchs Nachkommen die meisten Platzierungen und Siege errungen gefolgt von Pferden mit Eltern der Kombinationen Palomino x Palomino und Fuchs x Palomino.
 

Quelle: Billington, H.E. und McEwan, N.R.: The relationship between Parental Coat Colour and Prize-winning Palominos. J. Equine Sci , 2009.
 Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner

 Warum haben Zuchtstuten trotz Pflege und Fütterung schlechtere Hufe als die anderen Pferde im Stall?

Das Hufwachstum wird bestimmt durch Faktoren, wie die Pferderasse, die Genetik, das Klimas und die Tageslänge und ganz besonders die Zufuhr von Nährstoffen, also der Fütterung.
Bei Stuten hat die Versorgung ihres Fohlens hohe Priorität, das ist schon im Mutterleib so und setzt sich mit der Versorgung über die Milch fort, dafür mobilisiert die Stute alle ihre Reserven. So ist es nicht verwunderlich, dass die Hufe von Vollblutstuten in dem Monat mit der größten Milchleistung im Durchschnitt ¼ cm weniger wachsen als von nicht-milchgebenden Vollblütern im selben Zeitraum mit derselben Fütterung. Auch die Zusammensetzung des Hufhorns unterscheidet sich zwischen milchgebenden und nicht-milchgebende Vollblutstuten.
Schwaches Horn führt vermehrt zu Brüchen und Spalten. Verlangsamtes Wachstum sorgt zusätzlich dafür, dass die Brüche und Spalten nicht so schnell herauswachsen und somit die Regeneration langsamer voranschreitet.


Quelle: Komosa, M., Frackowiak, H. und Purzyc, H.: Influence of lactation on hoof horn growth in thoroughbred horses during the annual cycle. Biol. Rhythm Res., 2011.

Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner

 

Wodurch werden Dressurpferde lahm?

Mit einer Umfrage in Großbritannien wurden Risikofaktoren untersucht, die zur Lahmheit von Dressurpferden führen können. Je größer und schwerer das Pferd oder je älter das Pferd ist, umso wahrscheinlicher geht es zeitweilig lahm.

Longieren und die Nutzung von Führanlagen reduzieren Lahmheiten, weil, so spekulieren die Autoren, diese Pferde vermutlich sorgfältiger aufgewärmt und abgekühlt werden. Einen Anteil zur Gesunderhaltung trägt natürlich die Beschaffenheit von extra angelegten Longenplätzen bei.

Insgesamt hat der Trainingsplatz einen großen Einfluss: So treten Lahmheiten bei in Hallen trainierten Pferden häufiger auf, als wenn diese auf Außenplätzen geritten werden. Sand als Untergrund oder Nässe erhöhen zusätzlich das Risiko, wobei je häufiger die Pferde auf Sand trainiert werden, desto weniger muss man wiederum mit einer Lahmheit rechnen. Gefährlich ist der plötzliche Wechsel vom Trainingsuntergrund, deshalb empfehlen die Autoren das Pferd langsam an verschiedene Böden zu gewöhnen.

Quelle: Murray, R.C., Walters, J.M., Snart, H. Dyson, S.J. und Parkin, T.D.H.: Identification of risk factors for lameness in dressage horses. Vet J, 2010.

 Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner

 

Kann man Rennpferde durch den Einsatz der Klatsche motivieren schneller zu laufen?

Wissenschaftler haben den Zusammenhang zwischen Klatschenschlägen, Schnelligkeit und Platzierung in australischen Vollblutpferde-Rennen untersucht. Dazu wurden 48 Pferde und Jockeys auf den letzten drei 200m Abschnitten in 1250 m Rennen beurteilt.

Die schnellsten Abschnittszeiten wurden zwischen 600m und 400m gemessen und verlangsamten sich bis zum Ziel. Die Abschnittszeit direkt vor dem Ziel hat keinen Einfluss auf eine gute Platzierung und die Reihenfolge der Pferde 400 m und 200m vor dem Ziel bestimmt maßgeblich die Reihenfolge im Ziel. Auf den letzten Metern wird also eher die Position gehalten, als das Rennen entschieden.

Klatschenschläge sind laut den australischen Regeln nur auf den letzten 400 m erlaubt, wobei die meisten Schläge auf den letzten 200m bis zum Ziel gezählt wurden (bis zu 14 Schläge in 12 Sekunden). Außerdem ist die Anzahl der Schläge abhängig von der Position: vor dem Ziel führende Pferde erhalten mehr als Verlierer-Pferde. 

Schläge machen also kein Rennpferd schneller, wohl aber sind Jockeys auf führenden Pferden eher motiviert die Klatsche einzusetzen.

Quelle: Evans, D. und McGreevy, P.: An Investigation of Racing Performance and Whip Use by Jockeys in Thoroughbred Races. PLoS ONE 6, 1: 2011.

Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner

 

Neues aus der Forschung von Frau Prof. Aurich, Wien:

Kurz und schmerzhaft? Wie man Fohlen am besten von ihren Müttern entwöhnt 


Welcher Springreiter wünscht sich nicht über Jahre im Parcours mit demselben Pferd erfolgreich zu sein?

Um die Einsatzdauer von Springpferden erklären zu können, haben Wissenschaftler die Turnier- und Abstammungsdaten aus Frankreich im Zeitraum von 1972 bis 2008 analysiert und verschiedene Einflussfaktoren ausgemacht. Zu diesen gehören die Geburtsregion, der Geburtsmonat, das Jahr der Datenaufzeichnung, das Alter beim ersten Turnierstart, das Geschlecht, der Erfolg (Anzahl der Einsätze und Platzierungen) und die Abstammung. Dabei können die individuellen Gründe, die zum Karriereende der einzelnen Pferde geführt haben natürlich nicht nachträglich recherchiert werden und umfassen sowohl persönliche Entscheidungen des Reiters (Verkauf, Zuchteinsatz oder Aufgabe des Turniersportes), als auch erzwungene Entscheidungen, wie im Falle einer Verletzung oder Erkrankung.

Erwarteter Weise gehört die Erfolglosigkeit zu den wichtigsten Gründen für ein frühes Karriereende im Springsport. Aber auch das Geschlecht bestimmt die Einsatzdauer eines Pferdes im Springsport: So haben Wallache eine anhaltendere Karriere vor sich, als Hengste oder Stuten. Eine mögliche Erklärung ist die Herausnahme speziell der Stuten aus dem Sport für den Einsatz in der Zucht.

Interessanterweise macht auch das Alter des Ersteinsatzes einen entscheidenden Unterschied aus. Und zwar haben Pferde, die mit vier und fünf Jahren erstmalig in einer Springprüfung starten durchschnittlich sechs Jahre Turniersporteinsatz vor sich, wohingegen Pferde, die mit sechs Jahren ihr Turnierdebüt haben im Schnitt nur knappe fünf Jahre durchhalten. Das Risiko für ein frühes Karriereende steigt weiter, je älter die Pferde bei ihrem Ersteinsatz werden. Diese Erkenntnis steht im Widerspruch zu der unter manchen Reitern verbreiteten Meinung, dass der frühe Einsatz im Sport die Gesundheit der Pferde beeinflusst, rechtfertigt aber keinesfalls ein zu frühes, sehr intensives Training. Dabei haben beispielsweise Pferde, die im Monat April geboren sind, bessere Aussichten auf eine langanhaltende Springpferdekarriere, als die Pferde zwischen Juli und dem Februar des Folgejahres.

Außerdem sind Pferde, die ein Jahr Pause vom Springsport genießen, noch lange keine Anwärter auf ein Karriereende im darauf folgenden Jahr. Sie können genauso lange durchhalten, wie ihre kontinuierlich gestarteten Kollegen.

Die Dauer des Turniereinsatzes im Springsport ist teilweise auch durch eine gute Abstammung zu erklären. Nach acht Jahren Sporteinsatz findet man noch die Hälfte der Nachkommen des besten Hengstes aktiv, während in derselben Zeit nur noch weniger als ein Drittel des schlechtesten Hengstes im Parcours durchhalten. Das Durchhaltevermögen im Sport jedoch als Zuchtkriterium zu nutzen ist schwierig, dadurch dass man die Einsatzdauer im Springsport immer erst nach dem Karriereende bestimmen kann und das viel Zeit kostet. Deshalb empfehlen die Autoren, wie bereits bekannt, auf Kriterien, wie die Korrektheit der Gliedmaßen und einwandfreien Knochenbau zurückzugreifen, die man auch bei jungen Pferden schon bestimmen und zur Auswahl für die Zucht nutzen kann.

Wer also möchte, dass sein Pferd lange im Springsport aktiv bleiben kann, muss die Karriere seines Vierbeiners, wie bei zweibeinigen Profisportlern auch, gut und sorgfältig planen und fördern.

Quelle:

Ricard, A. und Blouin, C.: Genetic analysis of the longevity of French sport horses in jumping competition. J. Anim. Sci. 2011   

 Zusammengefasst von Julia Steinhoff-Wagner

 

 

Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft um das Pferd e.V.